USB WLAN-Adapter "GEMBIRD NICW-U3" (Realtek Chipsatz, rtl8187)

    USB WLAN-Adapter "GEMBIRD NICW-U3" (Realtek Chipsatz, rtl8187)

    Manchmal gibt es nette, positive Überraschungen, die dann auch noch sehr günstig sind.

    Jemand aus dem Bekanntenkreis wollte eine WLAN-Karte (am besten USB-Stick), die nicht nur relativ günstig ist, sondern auch unter Linux (am besten natürlich OOTB) läuft und meinte "Wenn Du durch Zufall mal sowas findest, dann schlag ruhig zu, aber es eilt nicht".

    Nun, der Zufall ergab sich gestern bei einem Besuch in einem großen Kaufhaus, welches (ich will ja keine Namen nennen) vor kurzem -so sich der private Investor nicht doch noch zurückziehen sollte- vor der Pleite gerettet wurde, wo ich nach dem Erwerb einiger Kleinigkeiten für mich selbst durch die Abteilung für PC-Zubehör schlenderte und mal schauen wollte, was an USB WLAN-Geräten angeboten wird.

    Nachdem ich zunächst einen großen Bogen um die angebotenen Stöpsel von AVM (you might know why) machte, entdeckte ich zunächst für Preise um die 20-40 €uronen "Draft-N" USB-Funkstummel von allerlei "Herstellern" wie Netgear, DLink etc. (Das "Hersteller" deshalb, weil bekanntermaßen diese Firmen keine WLAN-Chipsätze herstellen, sondern sie "da wo Geiz gerade am geilsten ist" einkaufen und ihre Labels draufbatschen), die natürlich (ja, ist leider so) keinerlei Hinweise auf Linuxkompatibilität auf der Packung enthielten.

    Zwar dürften die meisten der dort angebotenen "Draft-N"-Geräte ebenfalls vom Kernel unterstützt werden (Atheros ar9170, Ralink rt2870/rt3070/etc. und vielleicht noch ein paar Realtek r8192su_usb Chips dabei?), aber nicht nur aus Preisgründen kamen diese Geräte eh nicht in Frage.

    Anschließend fiel mein Blick auf die etwas versteckten "No-Name"-Produkte mit den etwas kleineren Verpackungen (man fragt sich wirklich, wieso ein USB-Stick von Netgear/DLink/etc. so eine große Verpackung braucht, aber was solls) und dem -überraschenderweise- höheren Gehalt dessen, was AUF der Verpackung steht, denn bei dem im Titel genannten Stick (der "Hersteller" war mir ehrlicherweise nicht mal bekannt) stand doch tatsächlich "Linux/Unix" bei den unterstützten Betriebssystemen.

    Der Preis war mit 9,99 €uronen auch verdammt günstig und ich vermutetet als "Hauptverdächtigen" einen Ralink-Chip (Erfahrungswert = "je billiger desto Ralink"), aber das sollte natürlich nicht ohne kleinen Test abgehen.

    Also zu einem der freundlichen Herren mit Schildchen an der Brust gedackelt, kurz was von "Da steht Linux drauf, aber ich würde das gerne schnell testen, denn der eigentliche Besitzer in spé sollte da nichts Nachbasteln müssen, da Linuxneuling" und "Meinen Laptop habe ich zufälligerweise auch schon dabei." gesagt, worauf der junge Mann meinte "Kein Problem", den Stöpsel auspackte und mir neugierig über die Schulter schauend beim Hochfahren des Laptops und Einstöpseln des Sticks zuschaute.

    Stick rein, YaST zappelte sofort ungeduldig mit "Neue Hardware gefunden" und ein beherztes "lusub" sagte mir,

    Quellcode

    1. Bus 002 Device 028: ID [B]0bda:8187[/B] Realtek Semiconductor Corp. RTL8187 Wireless Adapter

    also nicht Ralink sondern Realtek.

    Modul schon geladen und Interface da?

    Quellcode

    1. lsmod |grep rtl ; iwconfig
    2. rtl8187 60688 0
    3. eeprom_93cx6 2792 1 rtl8187
    4. mac80211 332976 3 rtl8187,iwlagn,iwlcore
    5. cfg80211 198312 4 rtl8187,iwlagn,iwlcore,mac80211
    6. wlan1 IEEE 802.11bg ESSID:off/any
    7. Mode:Managed Access Point: Not-Associated Tx-Power=0 dBm
    8. Retry long limit:7 RTS thr:off Fragment thr:off
    9. Power Management:off
    Positiv, sieht also gut aus.

    Anschließend noch ein wenig nach Netzen gescannt und die Resultate mit denen der Scans über meine eingebaute WLAN-Karte verglichen, wobei es die nächste, positive Überraschung gab; der Stick fand im Vergleich zur eingebauten Karte fast die selbe Anzahl an Netzen und die Signalstärken waren auch nur wenig schlechter.

    Abschließend noch -meine wpa_supplicant-Konfiguration ist nun mal so eingestellt *hüstel*- beobachtet, wie sich der Stick sofort mit einem offenen WLAN in Reichweite verbunden hatte und den Test mit "das Ding funktioniert OOTB" beendet.

    Fazit:

    Für diesen Preis bekommt man wirklich etwas geboten, auch wenn es sich um ein "No-Name"-Produkt handelt.

    Da ich davon ausgehe, daß auch andere Kaufhäuser dieser Kette den oben genannten Stick zu diesem sehr erschwinglichen Preis anbieten, und bei nicht gerade allzu alten Distributionen der verwendete Treiber rtl8187 schon dabei ist, kann ich diesen Stick als günstige WLAN-Möglichkeit empfehlen.

    Greetz,

    RM

    P.S. Wer den Hinweis oben nicht verstanden hat, der Name der Kaufhauskette beginnt mit "Ka" und es ist kein "hof" drin. ;)
    "Programming today is a race between software engineers striving to build better & bigger idiot-proof programs and the Universe trying to produce bigger & better idiots. So far, the Universe is winning." (Rick Cook)

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    AW: USB WLAN-Adapter "GEMBIRD NICW-U3" (Realtek Chipsatz, rtl8187)

    Nachtrag:

    Heute konnte ich den Adapter mit einem WPA2-verschlüsselten Netzwerk testen und es gab -wie zu erwarten- keinerlei Probleme.

    Die Signalstärke gefundener APs liegt im Vergleich zu der in meinem Laptop eingebauten Intel Pro Wireless 5300 AGN durchschnittlich nur um 10-15% niedriger, was ich für ein durchaus beachtenswertes Ergebnis halte.

    Einziger Wermutstropfen, der allerdings nichts mit dem Adapter selbst sondern mit dem im Kernel befindlichen Treiber rtl8187.ko zu tun hat; die Karte (oder eben genauer, der Treiber rtl8187) unterstützt noch keinen Ad-Hoc Modus (und auch keinen Master Mode um die Karte als AP zu betreiben, was aber eher verschmerzbar sein dürfte), da dies schlichtweg noch nicht in rtl8187.ko implementiert wurde.

    Wer mehr dazu wissen will, kann sich unter

    Drivers - Linux Wireless

    rtl8187 - Linux Wireless

    informieren und/oder Tante G nach "rtl8187 Ad-hoc" suchen lassen.

    Wer unbedingt Ad-Hoc benötigt, kann auf den Vendor-Treiber von Realtek zurückgreifen

    Realtek - Downloads

    dort den Abschnitt "RTL8187L" suchen, den "Linux driver for kernel 2.6.X" herunterladen, entpacken, ins beim Entpacken erzeugte Verzeichnis "rtl8187*irgendwas" wechseln, dann 'make' und bei erfolgreichem Bau ein 'su -c "make install"' hinterher (vorher müssen natürlich die notwendigen Pakete zum Bau von Kernelmodulen installiert sein, dazu keine weiteren Ausführungen, denn das wurde nicht nur hier schon unzählige Male durchgekaut, Suchfunktion oder Tante G helfen weiter!) und den Treiber rtl8187 natürlich blacklisten:

    Quellcode

    1. su -c 'echo "blacklist rtl8187" >> /etc/modprobe.d/51-rtl8187.conf'
    2. su -c "modprobe -rv rtl8187 && modprobe -v r8187l"


    Das Kernelmodul des Vendor-Treibers heisst wie man oben sehen kann "r8187l.ko", also keine Konflikte bei paralleler Installation beider Treiber in Sicht (der in-Kernel Treiber rtl8187.ko würde aber ohne blacklisten wahrscheinlich bevorzugt werden).

    Greetz,

    RM
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rain_Maker“ ()

    Worüber man doch ab und zu nach JAHREN wieder stolpert ....

    Rain_Maker schrieb:


    Einziger Wermutstropfen, der allerdings nichts mit dem Adapter selbst sondern mit dem im Kernel befindlichen Treiber rtl8187.ko zu tun hat; die Karte (oder eben genauer, der Treiber rtl8187) unterstützt noch keinen Ad-Hoc Modus (und auch keinen Master Mode um die Karte als AP zu betreiben, was aber eher verschmerzbar sein dürfte), da dies schlichtweg noch nicht in rtl8187.ko implementiert wurde.


    Das Thema hat sich schon vor einiger Zeit erledigt, der im Kernel enthaltene Treiber kann mittlerweile auch AdHoc-Modus:

    git.kernel.org/cgit/linux/kern…2d3c9417c3eedd5b910d8d09f

    "rtl8187: Add AD-HOC support"

    Seit Kernel 3.3.0 also kein Problem mehr und wo wir gerade dabei sind auch das hier

    Rain_Maker schrieb:


    Wer unbedingt Ad-Hoc benötigt, kann auf den Vendor-Treiber von Realtek zurückgreifen


    hat sich mittlerweile "erledigt", denn die von Realtek angebotene Treiberversion kompiliert spätestens seit Kernel 3.10 (grosses Umkrempeln am /proc-Dateisystem) nicht mehr ohne grössere Änderungen im Quellcode.

    Greetz,

    RM
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