Ich bin mir zwar nicht sicher, ob diese Aussage in Beitrag 1:
b) WICHTIG
Der wpa_supplicant unterstützt (noch) keine Sonderzeichen wie *#ß, Leerzeichen usw.
schon damals obsolet war, aber zumindest die neueren Versionen von wpa_supplicant und auch die dazu gehörigen Systemwerkzeuge unter openSUSE besitzen diese Limitierung nicht mehr.
Trotzdem kann ich alle User beruhigen, die einen langen und zufälligen Key ohne Sonderzeichen (wie in Beitrag 1 vorgestellt) gewählt haben, damit wird die Sicherheit nicht gefährdet, denn auch mit "nur" 62 unterschiedlichen Zeichen und 63 Stellen ist der Key praktisch unknackbar.
Rechenbeispiel:
a) wie viele Möglichkeiten gibt es?
- 63 Stellen, für jede gibt es 62 unabhängige Möglichkeiten, das ist einfach, also:
62^63 = 8,33 x 10^112 Möglichkeiten
Für Spaß, hier die Zahl mal ausgeschrieben:
Code:
83306029999439502888147660318024101128188039133331515498036203165620671207144956939734897706481569590382876950528
b) Wie lange bräuchte man um alle auszuprobieren?
- Das hängt natürlich davon ab, wie viele Keys pro Sekunde per Brute-Force getestet werden können. Gehen wir von einer vollkommen (zur Zeit) unrealistisch hohen Zahl aus, sagen wir Eine Billion (10^12 = 1 000 000 000 000) pro Sekunde.
8,33 x 10^112 : 10^12 : 60 (Sekunden pro Minute) : 60 (Minuten pro Stunde) : 24 (Stunden pro Tag) : 365.25 (Tage pro Jahr, Schaltjahre rechen wir mal spasseshalber mit ein)
= 2.64 x 10^93 Jahre
Wenn man bedenkt, daß das Universum "nur" etwa 13,7 Milliarden (10^9) Jahre alt ist, eine "ziemlich" lange Zeit und selbst wenn es in naher (oder ferner) Zukunft mal Rechner geben würde, die pro Sekunde 10^30 Keys (unvorstellbar hohe Zahl) errechnen könnten (wie das gehen soll, fragen sie ihren netten Quantenmechaniker von nebenan), würde es immer noch 2.64 x 10^75 Jahre dauern.
Eine Anmerkung noch für User, die ihre eigene Konfigurationsdatei für wpa_supplicant unter Verwendung des Tools wpa_passphrase anlegen wollen (dies betrifft wahrscheinlich die wenigsten User, deshalb nur am Rande).
Wer seine "Sonderzeichen"-Passphrase so eingeben möchte
Code:
wpa_passphrase <ESSID> <Sonderzeichen-Passphrase>
wird in das Problem der automatischen Variablensubsitution der *NIX-Shell hineinlaufen, sofern entsprechende Zeichensequenzen auftauchen.
Beispiel:
Code:
wpa_passphrase test W/`t6,&r#b-^LS|D(3'jfLrzLQTV]i#F3iTC_JLZWu`:t(LX?2}!m71fA*EJVg3
bash: syntax error near unexpected token `('
Abhilfe ist ganz einfach, siehe "man wpa_passphrase"
OPTIONS
ssid The SSID whose passphrase should be derived.
passphrase
The passphrase to use.
If not included on the command line, passphrase will be read from standard input. Also einfach so:
Code:
wpa_passphrase test
# reading passphrase from stdin
nun die Passphrase einfügen:
Code:
wpa_passphrase test
# reading passphrase from stdin
W/`t6,&r#b-^LS|D(3'jfLrzLQTV]i#F3iTC_JLZWu`:t(LX?2}!m71fA*EJVg3
<ENTER>
Code:
network={
ssid="test"
#psk="W/`t6,&r#b-^LS|D(3'jfLrzLQTV]i#F3iTC_JLZWu`:t(LX?2}!m71fA*EJVg3"
psk=a857b2e098c3cae0051d88219599a44608dae133638730ecfe9203a1207d7a3b
}
Voilà.
Wie gesagt, das wird die wenigsten User betreffen, deshalb nur der Vollständigkeit halber.
Greetz,
RM
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